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Samstag, 27. August 2016

Ein fast normaler Arbeitstag




Es war Montag. Ein normaler Wochenanfang. Ich stand gegen Mittag auf und bereitete mir ein gehaltvolles Frühstück aus gebratenem Speck, Spiegeleiern und in Butter gerösteten Scheiben Weißbrot zu. Das Frühstück ist üblicherweise meine einzige Tagesmahlzeit und muss bis zum Abend vorhalten, dessen Unterlage es bildet. Gegen sechzehn Uhr, nachdem ich mich durch die horizontalen Weiten des Internet gearbeitet hatte, nahm ich eine erfrischende eiskalte Dusche. Danach kleidete ich mich an und machte mich auf den Weg in mein Büro. Dort wurde ich freundlich empfangen. Die Assistentin stellte ein Getränk auf meinen Schreibtisch und ich begann zu arbeiten. Die Arbeit ging an diesem Montag nicht, wie üblich, gut und schnell voran. Ich hatte Probleme, mich auf die Spalten zu konzentrieren, fand mich in ihnen nicht zurecht, verwechselte waagrecht mit senkrecht. Die Assistentin brachte mir ein weiteres Getränk, und das, ohne dass ich darum gebeten hatte. Ich leerte es in einem Zug, doch selbst danach hatte ich Probleme mit den Spalten. Ich klappte mein Arbeitsbuch zu und gesellte mich zu meinen Kollegen. Wir unterhielten uns über Belanglosigkeiten, während uns die Assistentin weitere Getränke brachte. Ein Kollege nach dem anderen hatte sein Tagwerk beendet und verließ das Büro. Ich blieb noch eine Weile und führte ein höchst angeregtes Gespräch mit der Assistentin bezüglich ihres Umsatzes, über dessen Ausmaß wir durchaus gegensätzlicher Meinung waren. Sie konnte mich mit sanftem Druck, indem sie mir in Aussicht stellte, mich meines Büros zu verweisen, von der Korrektheit ihrer Abrechnung überzeugen. Ich händigte ihr die ihr offenkundig zustehende Summe aus und verließ mein Büro so, wie ich es stets verlasse. Plötzlich fühlte ich starke brennende Schmerzen in den Fingern meiner rechten Hand. Ein Mann, der wohl zufällig in genau dem Augenblick an meinem Büro vorübergegangen war, in dem ich es verließ, stand auf meiner Hand.

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