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Dienstag, 11. Oktober 2016

Markus und die Teufelstiere



gefordert war ein möglichst schlechter Text


Der kleine Bub verließ das Haus von seinem Vater und von seiner Mutter, er wollte in den Wald gehen. Er war allein und ging so in den Wald. Pilze wollte er einsammeln in den Korb, den er seiner Mutter geklaut hatte. Eigentlich hatte der kleine Bub ja Angst vor den Bäumen im Wald, er dachte bei ihnen immer an die Gerippe alter Menschen, kurz bevor sie in die Grube einfahren müssen. Bei seinem Opa hatte er schon baumähnliche Züge erkannt, aber bei seiner Oma war es noch viel ärger gewesen, die hatte, bevor sie in ihre Grube eingefahren war, ausgeschaut wie eine Fichte nach einem Waldbrand. Von den Armen her. Von ihrem Kopf her, also von ihrer Frisur her hat sie eher ausgeschaut wie eine Eule nach einem Waldbrand. Der kleine Bub, sagen wir halt der Einfachheit halber, dass er Markus geheißen hat, ging also in den Wald mit den Opa- und Oma-Bäumen. Zum Pilzesammeln. Dort traf er einen Raben, der den einen Flügel sich verletzt hatte, den anderen, der unverletzt, also intakt war, hatte er sich nicht verletzt. Der Rabe war ein weißer Rabe, also er hat weiße Federn gehabt. Und rote Augen, wie der Teufel. Da der kleine Bub Angst gehabt hat vorm Teufel, hatte er auch Angst vor dem Raben, obwohl der einen verletzten Flügel gehabt hat. Er war also eh nicht einsatztauglich, der weiße Teufelsvogel. Trotzdem ist Markus, der kleine Bub, schnell weggelaufen. So schnell, dass er den ersten Pilz, der aus dem Boden gewachsen ist, niedergetrampelt hat. Er hat ihn dann, nachdem er ihn zermantscht hatte, schon noch aufgehoben, aber der Schwamm war nicht mehr zu retten. Voller Zorn ist Markus dann zurückgerannt zu dem weißen Teufelsvogel, der ja streng genommen schuld war am Zertrampeln von dem Pilz. ‘Du hässlicher Grausvogel!’, hat Markus gerufen, ‘Jetzt geb ich dir Saures!’ Nun, Saures hat Markus dem Vogel nicht gerade gegeben, aber dafür Pilziges. Er hat nämlich den Vogel gezwungen, den zertrampelten Pilz zu essen. Der Teufelsvogel hat sich am Anfang schon gewehrt, sogar ein paar Funken sind aus seinen Augen, die noch röter waren als vorher, gekommen, doch der kleine Bub war plötzlich ein Meister der Sturheit und der Entschlossenheit und hat den Vogel einfach gezwungen, das Schwammerl aufzuessen. Dann hat er eine Dose Cola-Limonade aufgemacht, Markus hat nämlich immer eine Dose Cola-Limonade dabei, und den Teufelsraben mit den weißen Federn gezwungen, die Cola-Limonade zu trinken. Nachdem der Vogel den letzten Rest Cola-Limonade getrunken hatte, hat es in seinem Magen gut hörbar zu rumoren angefangen. Das Rumoren ist stärker, also lauter geworden und bevor es den Teufelsvogel zerfetzt hat, hat er gerülpst, wie ein Japaner, dem sein Essen gut gemundet hat. Ja, der weiße Teufelsrabe mit den roten Augen ist einfach explodiert. Markus hatte so was noch nie vorher gesehen, also war er irgendwie fasziniert. Er nahm sich eine Feder von dem explodierten Vogel und steckte sie in seine rechte Socke. Als Andenken. Dann ist er weiter in den Wald gegangen. Dort hat er, weil er nicht gerannt ist, einen Pilz gefunden, und nicht gleich zertrampelt, weil die Geschwindigkeit, mit der er gegangen ist, nicht so hoch gewesen ist wie die, die er unweigerlich draufgehabt hätte, wenn er gerannt wäre wie von der Kreuzspinne oder von der Ringelnatter gezwickt. Er hat den Pilz also entdeckt und ohne große Kraftanstrengung aus dem Boden gerissen. Der Pilz war sehr schön, er hat Markus gut gefallen. Wahrscheinlich, nein - ganz sicher auch wegen der Tatsache, dass er der erste Schwamm war, den Markus an dem Tag gepflückt hat und nicht zertrampelt. Aber daran war ja auch der weiße Teufelsrabe schuld. Markus hat den Pilz in den Korb getan, den er seiner Mutter geklaut hatte. Dann ist er weiter in den Wald gegangen. Plötzlich hat er hinter sich ein Geräusch gehört. Er hat sich umgedreht und einen weißen Salamander entdeckt. Der Salamander hat rote Flecken auf seiner Epidermis gehabt. Er war somit als Teufelssalamander anzusehen. Markus bekam es sofort mit der Furcht zu tun, dass ihn der Teufelssalamander auffressen wollte, oder zumindest eine seiner Zehen mit seinen ganz sicher ganz spitzen und ganz scharfen Teufelssalamanderzähnen traktieren wollte, und so sprang er mit einem einzigen Satz hinter das grässliche Untier. Dabei, also beim Springen hinter die Bestie, hat er vergessen, seinen Landeplatz zu begutachten, also den Platz, auf dem seine Schuhe wieder die Mutter Erde berühren würden. Tja, das war ein Fehler. Denn genau auf diesem Landeplatz ragte ein phallusförmiger Pilz aufrecht aus dem Boden. Markus zermantschte ihn. Da war er dann grässlich böse. So grässlich böse war er auf dieses Missgeschick, dass er die Teile des phallusförmigen Pilzes mit seiner flachen Hand berührte und sie letztlich aufhob. Er packte den Teufelssalamander und verabreichte ihm zwangsweise die Stücke des zertrampelten Pilzes. Doch da Markus dummerweise keine Cola-Limonade mehr hatte, die hat er nämlich, Sie erinnern sich?, dem Teufelsraben verabreicht, der wegen dieser Cola-Limonade explodiert ist, konnte er den Teufelssalamander nicht so einfach explodieren lassen. Also musste er zu mehr körperlichen Mitteln greifen. Er legte seine Lippen auf die des Teufelssalamanders und blies Luft in diesen hinein, um ihn explodieren zu lassen. Doch es funktionierte nicht. Markus überlegte, wie es wohl wäre, die Bestie mit nach Hause zu nehmen und dort vermittels der Verabreichung einer ausreichend großen Menge Cola-Limonade durch Explosion zum Tod zu bringen. Er dachte gerade intensiver an die Umsetzung dieses Plans und hatte soeben den Teufelssalamander in seinen linken Hosensack gesteckt, als er hoch im Geäst über seinem Kopf was sah. Sie sah er. Die Teufelseule. Weißes Federkleid und große rote Augen. Der Teufelsvogel Nummer zwei an diesem Tag sah Markus aus seinen großen roten Augen an und gab Laut. Doch er sagte nicht ‘uhu-uhu’ oder ‘schu-schu’ oder ‘kauz-kauz’, nein, er sagte ‘oma-oma’. Markus war seiner Oma-Teufelseule über den Weg gelaufen. Vor Angst machte er sich in die Hose. Er fühlte die Flüssigkeit warm an sich herunterrinnen. Dann ist er aufgewacht und hat seiner Mutter gesagt, dass sie wieder einmal unter der Woche das Bettzeug wechseln muss.

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